Fibromyalgie


© pixelio.de (Dieter Schütz)

Jeder von uns hat sicher schon einmal unter Muskel- und Gelenkschmerzen gelitten und weiß daher, wie unangenehm das ist. Fibromyalgiepatienten haben permanent mit solchen Schmerzen im Bewegungsapparat zu kämpfen. Diese Erkrankung gehört zum so genannten rheumatischen Formenkreis. In Deutschland  sind rund zwei Millionen Menschen davon betroffen.
Die Schmerzen, unter denen Fibromyalgiepatienten leiden, durchziehen gewöhnlich den ganzen Bewegungsapparat. Häufig beginnt es mit einem bestimmten Schmerz, etwa ein Bandscheibenvorfall, der sich anschließend verselbstständigt und sich schließlich auch auf andere Körperabschnitte ausbreitet. Die Beschwerden lassen sich meist entlang der Wirbelsäule lokalisieren. Auch wenn die Gelenke normalerweise mit den eigentlichen Schmerzen nichts zu tun haben, treten die Symptome oft im gelenknahen Bereichen auf. Betroffen sind hierbei meist Schultern, Ellbogen, Hände, Knie und Sprunggelenke. Nicht selten kommt es außerdem zu starken Muskelverspannungen im Bereich des Hinterkopfes, Brustbeins sowie in der Gesichts- und Kiefermuskulatur. Typisch sind darüber hinaus Beschwerden wie Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Atemnot und psychischen Beeinträchtigungen.

Die Ursachen der Fibromyalgie lassen sich leider noch nicht  klar benennen. Ärzte nehmen zurzeit jedoch an, dass bei der Entstehung dieser Krankheit mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Verdächtigt wird hierbei, wie so oft, die genetische Veranlagung, als auch eine große Sensibilität gegenüber Stress oder seelische Überlastung. Körperliche Gegebenheiten bei der Entstehung der Fibromyalgie können ebenfalls etwas ausmachen: So können beispielsweise Fehlhaltungen, allgemeine Bänderschwäche und starkes Übergewicht den Weg dorthin bereiten. Die Fybromyalgie  kann aber auch durch eine andere  Grunderkrankung verursacht worden sein. In solchen Fällen spricht man häufig auch von einer so genannten „Sekundärerkrankung“. Inzwischen häufen sich die Hinweise, dass eine chronische Übersäuerung des Körpers die Entstehung einer Fibromyalgie begünstigen kann. Offenbar führt ein langfristiger Säureüberschuss im Körper dazu, dass Salze auskristallisieren und sich in Sehnen und Bändern ablagern.

Aufgrund dieser Einlagerungen verhärten dann die Strukturen des Bindegewebes, was auf Röntgenbildern oft nicht sichtbar ist. Zusätzlich fördert die Übersäuerung das Entzündungsgeschehen und die Weiterleitung von Schmerzen.  Die Tatsache, dass die Auslöser dieser Erkrankung noch nicht zweifelsfrei geklärt sind, bringt automatisch mit sich, dass auch die Diagnosestellung äußerst schwierig ist.
Der letztliche Befund „Fibromyalgie“ ist meist das Ergebnis eines Ausschlussverfahrens, in dessen Verlauf oft auch Erkrankungen wie etwa Weichteilrheumatismus (Tennisellbogen), Fettgewebserkrankungen, Arthrosen, Schilddrüsenerkrankungen sowie Viruserkrankungen und nicht zuletzt Depressionen zur Debatte standen. Durch das genaue Erforschen der Krankheitsgeschichte und durch erhöhte Druckempfindlichkeit an bestimmten Stellen erhält der Arzt aussagekräftige Hinweise.

Da bei der Behandlung der Fibromyalgie meist die Linderung der Schmerzen im Vordergrund steht, helfen Injektionen mit betäubender Wirkung sehr gut. Sind die Beschwerden nicht zu stark, kann es schon genügen schmerzlindernde Salben aufzutragen. Auch der Einsatz von Antidepressiva, also stimmungsaufhellenden Mitteln, kann im Zuge der Therapie sinnvoll sein.
Alternative Therapieverfahren, wie etwa Akupunktur oder auch physikalische Anwendungen, haben sich bei der Behandlung der Fybromyalgie ebenfalls schon sehr bewährt.


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