Vasektomie: die sichere dauerhafte Verhütung für Männer
Paare, die eine ungewollte Schwangerschaft zuverlässig verhindern möchten, haben unterschiedliche Möglichkeiten, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Zur sichersten – in Bezug auf die Wirksamkeit der Verhütungsmethode, zählt die Sterilisation – sowohl die der Frau als auch die des Mannes. Allerdings ist die Sterilisation der Frau, im Vergleich mit der Sterilisation des Mannes, mit deutlich höheren Risiken verbunden.
In Deutschland entscheiden sich daher jedes Jahr rund 5% der Männer zwischen 18 und 49 Jahren für eine sogenannte Vasektomie. Diese Sterilisation des Mannes ist eine Komplikations-arme Methode zur sicheren, dauerhaften Verhütung. Allerdings herrscht bei vielen Männern Skepsis, was den operativen Eingriff betrifft. Was also sollte man über das Thema wissen und welche Mythen und Missverständnisse kann man ausräumen?
Begriffsdefinition
Unter dem medizinischen Begriff Vasektomie (auch Vasoresektion genannt), versteht man im weitesten Sinne das Entfernen von Gefäßen oder Gefäßteilen aus dem Körper, im allgemeinen Sprachgebrauch aber in der Regel die dauerhafte Verhütung für Männer. Dabei werden die Samenleiter oberhalb des Nebenhodens durchtrennt und anschließend verschlossen, wodurch keine Spermien mehr in das Ejakulat gelangen können und eine dauerhafte Unfruchtbarkeit erreicht wird.
Ablauf einer Vasektomie
Vor dem Eingriff erfolgt eine umfassende Beratung durch einen Urologen oder eine Urologin, bei der über den genauen Ablauf des Eingriffs, Nachsorge, mögliche Risiken und individuelle Fragen erläutert werden. So können sämtliche Unsicherheiten ausgeräumt und eine fundierte Entscheidung getroffen werden. Nach der Beratung und einer gewissen Bedenkzeit kann dann ein Termin für die Operation vereinbart werden.
Der eigentliche Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung in einer urologischen Praxis und dauert nur rund 30 Minuten. Auf Wunsch des Patienten kann der Eingriff auch unter Vollnarkose oder einer Spinalanästhesie erfolgen. Um die Samenleiter zu durchtrennen, muss der Urologe diese zunächst einmal erreichen. Das kann über zwei verschiedene Methoden erfolgen:
● Bei der klassischen Vasektomie durch zwei kleine Schnitte am Hodensack.
● Bei der sogenannten "Non-Scalpel-Methode" wird auf den klassischen Hautschnitt verzichtet, der Zugang zu den Samenleitern wird hier erreicht, indem man die Hodensackhaut mit einer Spezial-Klemme spreizt, wodurch ein winziges Loch entsteht.
Nun werden die beiden Samenleiter durchtrennt und um etwa ein bis zwei Zentimeter gekürzt und die Verbindung vom Nebenhoden so dauerhaft gekappt. Anschließend werden die Enden der Samenleiter verschlossen, was entweder per Hitze (veröden), durch Titanclips (angebunden) oder mit einem Faden verschlossen wird. Nach dem erfolgreichen Eingriff wird der Schnitt am Hodensack, sofern die klassische Vasektomie durchgeführt wurde, mit selbst-auflösenden Fäden vernäht. Bei der Non-Scalpel-Methode ist in der Regel kein Nähen nötig, die Wunde wird nur mit einem Pflaster abgedeckt und schließt sich nach wenigen Tagen.
Vorteile, Risiken und Kosten einer Vasektomie
Zwar ist eine Vasektomie ein sehr sicherer chirurgischer Eingriff, wie bei jeder Operation kann ein gewisses Restrisiko aber nie ausgeschlossen werden. Dazu zählen insbesondere Blutungen, Blutergüsse, Druckgefühl oder eine Entzündung der Nebenhoden. Weiterführende Informationen zu möglichen Risiken finden sich hier
Der wohl größte Vorteil der Sterilisation des Mannes ist die sichere, dauerhafte Zeugungsunfähigkeit. Der sogenannte Pearl-Index gibt anhand einer Skala an, wie sicher ein Verhütungsmittel ist. Während der Index beim Kondom bei 2 bis 12 liegt, liegt er bei der Vasektomie bei 0,1 bis 0,2. Zudem hat eine Vasektomie hat entgegen verbreiteter Meinung keine Auswirkungen auf die Hormonproduktionwie etwa die Pille. Eine Vasektomie beim Mann wird zwar nicht von der Krankenkasse übernommen und kostet zwischen 500 und 1000 Euro, allerdings fallen nach dem Eingriff keine Kosten für andere Verhütungsmittel an. Nicht zuletzt ist eine Vasektomie auch wesentlich risikoärmer als die Sterilisation der Frau, was einen weiteren Vorteil für Paare darstellt.
Was muss nach einer Vasektomie beachtet werden?
Nach der Vasektomie kann der Patient sich meist unmittelbar wieder nach Hause begeben, je nach gewählter Betäubung empfiehlt es sich, eine Person mitzubringen, die einen dabei begleiten kann. In der Regel dauert es nicht lange, bis Männer nach einer Vasektomie wieder fit sind, allerdings ist es sinnvoll, sich in der Phase der Wundheilung zu schonen und in den ersten Tagen nach dem Eingriff keine anstrengenden Tätigkeiten nachzugehen. Auf Geschlechtsverkehr sollte man etwa eine Woche lang verzichten.
Wichtig in diesem Zusammenhang: Auch wenn Geschlechtsverkehr nach rund sieben Tagen wieder möglich ist – die Unfruchtbarkeit tritt erst etwa acht bis 12 Wochen nach der Vasektomie ein, wodurch in dieser Zeit weiterhin auf andere Verhütungsmethoden zurückgegriffen werden muss. Um nachzuweisen, wann genau sich keine Spermien mehr im Ejakulat befinden, werden im Rahmen der Nachsorge Laborkontrollen durchgeführt.
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