Therapie Gaming: Wie Videospiele einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben
Lange Zeit klebte nahezu allen Videospielen zweifelsfrei, und teils auch berechtigterweise, ein schiefes Image an. Denn ein Gamer galt pauschal als isoliert, träge und ausnahmslos irgendwo zwischen einem Energy-Drink und seinem dunklen Zimmer gefangen. Doch seit einigen Jahren bröckeln diese Vorstellungen, denn Studien zeigen immer deutlicher, dass Gaming – sofern klug dosiert – positive Effekte entfalten kann. Hierbei fokussiert sich die Forschung auf die Konzentration, die Reaktionsfähigkeit und sogar auf die Stressverarbeitung.
Ja, während die Sportliebhaber ihre Statistiken und Quoten etwa über Wincomparator gezielt abgleichen und daraus Woche für Woche Tippscheidungen ableiten, werten die Neurowissenschaftler in einem anderen Kontext das Spielverhalten aus einer ganz ähnlichen Perspektive aus. Und selbst Skeptiker werden häufig eines Besseren belehrt, denn Videospiele können mentale Stärke fördern und körperliche Aktivierung anstoßen. Vorausgesetzt, dass Kontext und Maß stimmen, dann rückt Gaming nachweislich näher an Trainingsmethoden moderner Leistungskulturen heran.
Kognitives Training: Ihr Gehirn in einem Fitnessstudio
Die kognitiven Effekte rund um das Gaming zählen zu den am meisten betrachteten Aspekten – und die Resultate sind eindeutiger, als viele denken mögen. Denn sie untermauern nicht wirklich eine geistige Trägheit, sondern ein komplett anderes Bild. Mehr noch: Insbesondere actionreiche Titel verlangen von Ihrem Gehirn nahezu ständig Tempo, Übersicht und überdies Präzision ab. Schließlich fallen die Entscheidungen üblicherweise unter Hochdruck, mehrere Reize laufen im Zuge dessen parallel, und dazu kommt die Orientierung in komplexen 3D-Umgebungen. All das sorgt wenig überraschend für die Schärfung der visuell-räumlichen Aufmerksamkeit.
Zudem legen neurowissenschaftliche Untersuchungen an den Tag, wie regelmäßiges Gamen messbare Veränderungen mit sich bringt, und das etwa im Hippocampus oder im präfrontalen Kortex – das sind die Areale, welche für strategisches Denken, Planung und Gedächtnis eine Schlüsselrolle einnehmen.
Hinzu kommt der nicht weniger bedeutsame Aspekt der Problemlösung. Denken Sie etwa an The Legend of Zelda oder Portal – diese und viele andere Spiele setzen mehr auf Logik, Ausprobieren und kreative Umwege als auf Reflexe. Und diese geistige Beweglichkeit fungiert fast wie ein taktisches Training fürs Gehirn, welches auch im Alltag weiterhilft.
Stressabbau und Emotionsregulation
In dieser selten leiser werdenden Welt ziehen zahlreiche Menschen bewusst den Controller heran, um kurz Abstand von allen Geschehnissen zu gewinnen. Oder anders ausgedrückt funktionieren die Videospiele im Zuge dessen als Ventil, und nicht im klassischen Sinne als Fluch. So kommt, dass der in der Psychologie oft kritisch betrachtete Begriff Escapism längst differenzierter gesehen wird – und zwar als ein legitimer Coping-Mechanismus. Dieser ermöglicht Ihrem Gehirn eine Stressverarbeitung und Energiesammlung. Es kommt so zu mentalen Pausen, und das ohne komplett abzuschalten.
Besonders im Zusammenhang mit den sogenannten Cozy Games kam dieser Eindruck zum Vorschein. Und das liegt daran, dass Titel wie Animal Crossing oder Stardew Valley nicht auf Zeitdruck, sondern hingegen auf ruhige Abläufe setzen. Gärtnern, Angeln, Gestalten reihen sich schließlich unter diese entspannenden Routinen, die auch viele Spieler in einen Flow-Zustand bringen. Und genau diese entspannte Konzentration wirkt fast meditativ, sorgt nachweislich für die Senkung des Cortisolspiegels. Kurzum:
● Videospiele verhelfen zum Dauerrauschen des Alltags
● Cozy Games ermöglichen Ihnen ruhige Abläufe statt dem häufig präsenten
● Animal Crossing und Stardew Valley zählen diesbezüglich zu den typischen Beispielen
● Es kommt zu einem Flow-Zustand, der eine messbare Wirkung auf den Cortisolspiegel mit sich bringt
Soziale Verbindung statt Isolation
Auch wenn sich der Mythos vom einsamen Gamer weitgehend hartnäckig flächig hält, stimmt er längst nicht mehr mit der Realität überein. Ganz im Gegenteil, denn Online-Gaming reiht sich heutzutage unter die größten sozialen Räume. Und das liegt daran, dass etwa diejenigen mit Sozialängsten oder körperlichen Einschränkungen Zugang zu Austausch und Gemeinschaft.
In MMORPGs wie World of Warcraft oder auch in teambasierten Titeln wie Overwatch nimmt die Zusammenarbeit nun mal eine Schlüsselrolle ein. Genauer gesagt, können Sie damit Kommunikation, Rollenverteilung, gegenseitiges Vertrauen trainieren. Mehr noch, denn viele der hieraus entstehenden Kontakte wachsen über das Spiel hinaus.
Unterstützt wird das Ganze auch durch Discord und andere Plattformen – hier entstehen stabile Communitys, die auch Alltagsthemen Platz bieten.
Exergaming und physische Rehabilitation
Dazu kommen, dass Videospiele längst nicht mehr nur im Sitzen stattfinden. Mit Bewegungssensoren und der immer mehr ausgereiften Virtual Reality hat sich Exergaming etabliert – hierbei handelt es sich um eine Schnittstelle aus Gaming und Training. Ring Fit Adventure, Just Dance oder Beat Saber stellen nur einige der Titel, die einen echten Körpereinsatz abverlangen, ab. Konkrete holen Sie Menschen, die klassischem Sport nichts bis wenig abgewinnen können, ab und münzen die Bewegung in Motivation um.
Noch stärker zeigt sich das Ganze im Rahmen der medizinischen Rehabilitation. Dort ersetzen solche Titel nämlich monotone Wiederholungen durch viel spannendere, interaktive Aufgaben. Statt stumpfer Bewegungsabläufe steuert der Patient also ein Objekt im Spiel oder es kommt zu Reaktionen auf visuelle Reize. Das liegt auch daran, dass direktes Feedback Fortschritte auf Anhieb sichtbar macht.
„Serious Games“ und klinische Therapie
Doch damit nicht genug, denn eine Spielart – die sogenannten Serious Games – werden therapeutische Zwecke entwickelt. Eines davon, EndeavorRx, wurde von der US-amerikanischen FDA als Erstes offiziell zur Behandlung von ADHS bei Kindern zugelassen. Konkret trainiert es deren Aufmerksamkeit und Reizfilterung über klar definierte sensorische Aufgaben.
Studien im Kontext der Traumatherapie belegen überdies, dass Tetris unmittelbar nach belastenden Ereignissen das Risiko für PTBS senken kann. Denn er kommt dadurch zur Blockierung der visuellen Gedächtnisverarbeitung.
Zusätzlich kommt in der Schmerztherapie VR zum Einsatz. Konkret geschieht das etwa in Anwendungen wie SnowWorld, welche Patienten bei extrem schmerzhaften Behandlungen so stark ablenken. Das sinkt das Schmerzempfinden messbar– und teils sogar wirksamer als Medikamente allein.
Tipp des Tages
Täglicher GesundheitstippGesund und fit durch die Feiertage
Um die Zeit zu einem schönen festlichen und wohltuenden Erlebnis zu gestalten, haben wir vier Tipps für Sie.
 Übersäuerung
 Folgen
 Entsäuerung
TOP
ZURÜCK


