Laserbasierte Sehkorrektur: Verfahren, Risiken und Chancen

Laserbasierte Sehkorrektur kann Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung so verbessern, dass Brille oder Kontaktlinsen deutlich seltener oder gar nicht mehr nötig sind. Gleichzeitig bleibt es ein medizinischer Eingriff mit klaren Voraussetzungen, möglichen Nebenwirkungen und Grenzen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Verfahren es gibt, wie die Behandlung abläuft, welche Risiken realistisch sind und für wen sich die Chancen besonders lohnen können. Ziel ist, dass Sie eine informierte, ruhige und selbstbestimmte Entscheidung treffen können.

TL;DR -- Das Wichtigste in Kürze

  • Laserbasierte Sehkorrektur verändert die Form der Hornhaut, um die Brechkraft des Auges anzupassen.
  • Es gibt verschiedene Verfahren (z. B. LASIK, PRK/LASEK, SMILE) mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.
  • Risiken sind selten, aber möglich: trockene Augen, Blendempfindlichkeit, Restfehler oder Nachkorrekturen.
  • Eine gründliche Voruntersuchung entscheidet, ob das Verfahren medizinisch sinnvoll und sicher ist.
  • Realistische Erwartungen und eine sorgfältige Nachsorge sind entscheidend für ein gutes Ergebnis.

Grundlagen der laserbasierten Sehkorrektur

Wie der Laser das Sehen verbessert

Laserbasierte Sehkorrektur zielt darauf ab, den Brennpunkt des einfallenden Lichts wieder direkt auf die Netzhaut zu bringen. Dazu wird die Hornhaut mit einem hochpräzisen Laser so umgeformt, dass Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung ausgeglichen werden. Der Eingriff findet an der klaren, vorderen Schicht des Auges statt und dauert meist nur wenige Minuten pro Auge. Die Sehschärfe stabilisiert sich in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen, abhängig vom Verfahren und der individuellen Heilung.

Welche Fehlsichtigkeiten korrigiert werden können

Mit modernen Laser-Verfahren können in vielen Fällen Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus behandelt werden. Die Eignung hängt jedoch von der Stärke der Fehlsichtigkeit, der Dicke und Form der Hornhaut sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Augen ab. Sehr hohe Dioptrienwerte oder bestimmte Augenerkrankungen können die Möglichkeiten einschränken. Auch das Alter spielt eine Rolle, da ab einem bestimmten Lebensabschnitt zusätzlich die Altersweitsichtigkeit berücksichtigt werden muss.

Wichtige Verfahren im Überblick

LASIK: Der Klassiker der Sehkorrektur

LASIK ist eines der am häufigsten angewendeten Verfahren der laserbasierten Sehkorrektur. Dabei wird zunächst ein dünnes Hornhautdeckelchen (Flap) präpariert und zur Seite geklappt. Anschließend formt ein Excimer-Laser das darunterliegende Hornhautgewebe, um die Brechkraft zu korrigieren. Der Flap wird danach wieder zurückgelegt und haftet von selbst an. Viele Patientinnen und Patienten berichten über eine schnelle Sehverbesserung und relativ geringe Schmerzen nach dem Eingriff.

PRK/LASEK: Oberflächenbehandlung ohne Flap

PRK und LASEK sind sogenannte Oberflächenverfahren, bei denen kein Hornhautflap angelegt wird. Stattdessen wird die oberste Zellschicht der Hornhaut entfernt oder zur Seite geschoben und die darunterliegende Schicht mit dem Laser behandelt. Die Regeneration dieser obersten Schicht dauert einige Tage, weshalb die Heilung etwas länger und anfänglich meist schmerzhafter ist als bei LASIK. Diese Verfahren eignen sich insbesondere bei dünner Hornhaut oder speziellen Hornhautformen, bei denen ein Flap ungünstig wäre.

Moderne Entwicklungen und individuelle Anpassung

SMILE und andere minimalinvasive Techniken

Neuere Verfahren wie SMILE kommen mit einem noch kleineren Schnitt in der Hornhaut aus. Dabei wird im Inneren der Hornhaut ein dünnes Gewebescheibchen mit einem Femtosekundenlaser herauspräpariert und über eine kleine Öffnung entnommen. Die Grundidee ist, die Stabilität der Hornhaut besser zu erhalten und die Oberfläche weniger zu beeinträchtigen. Viele Betroffene empfinden den Eingriff als schonend, wobei die Wahl des Verfahrens immer von den individuellen Augenwerten und der ärztlichen Einschätzung abhängt.

Individuelle Planung und Wellenfront-Analysen

Moderne Diagnostik ermöglicht eine sehr individuelle Planung der Sehkorrektur. Mithilfe von Wellenfront-Messungen und detaillierten Hornhaut-Topografien kann das Auge in hoher Auflösung analysiert werden. So lassen sich nicht nur Dioptrienwerte, sondern auch feinere Abbildungsfehler berücksichtigen. Diese personalisierten Behandlungsprofile sollen Kontrastsehen und Nachtsicht verbessern. Wie Fachleute für Augenlasern in Frankfurt erläutern, ist die Qualität der Voruntersuchung ein entscheidender Faktor für ein stabiles und zufriedenstellendes Ergebnis.

Risiken, Nebenwirkungen und realistische Erwartungen

Mögliche Komplikationen und wie sie begrenzt werden

Laserbasierte Sehkorrektur gilt als etabliertes Verfahren, trotzdem bleiben Risiken bestehen. Häufige, meist vorübergehende Nebenwirkungen sind trockene Augen, Blendempfindlichkeit, Halos oder Schwankungen der Sehschärfe in den ersten Wochen. Seltener können Infektionen, Narbenbildung, ein unzureichendes Ergebnis oder eine Über- bzw. Unterkorrektur auftreten. Eine sorgfältige Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten, strenge Hygiene, erfahrene Operateurinnen und Operateure sowie konsequente Nachsorge reduzieren diese Risiken deutlich.

Was Sie realistischerweise erwarten können

Laserbehandlungen können die Lebensqualität spürbar steigern, garantieren aber nicht in jedem Fall absolute Brillenfreiheit. Gerade bei sehr hohen Ausgangswerten oder mit zunehmendem Alter kann eine Restkorrektur, etwa für das Lesen, sinnvoll bleiben. Es ist wichtig, die eigenen Erwartungen offen mit der Augenärztin oder dem Augenarzt zu besprechen. Ein gutes Ergebnis bedeutet oft: deutlich weniger Abhängigkeit von Brille oder Kontaktlinsen und ein insgesamt komfortableres Sehen im Alltag, nicht zwangsläufig „Adleraugen“ in jeder Situation.

Vergleich gängiger Verfahren der laserbasierten Sehkorrektur

Verfahren

Prinzip

Heilungsdauer (subjektiv)

Typische Vorteile

Typische Nachteile

LASIK

Flap + Laser im Hornhautinneren

Meist wenige Tage

Schnelle Sehverbesserung, wenig Schmerzen

Flap-bedingte Risiken, nicht ideal bei sehr dünner Hornhaut

PRK/LASEK

Oberflächen-
abtragung + Laser

Einige Tage bis Wochen

Kein Flap,
geeignet bei
dünner Hornhaut

Anfänglich mehr Schmerzen, langsamere Sehschärfe-Entwicklung

SMILE

Kleiner Schnitt, Gewebescheibchen-entnahme

Meist wenige Tage

Sehr kleiner Schnitt, potenziell stabile Hornhaut

Nicht für alle Fehlsichtigkeiten geeignet, spezielle Technik nötig

 

Schritt-für-Schritt: Typischer Ablauf einer Laserbehandlung

  1. Ausführliche Voruntersuchung mit Messung von Hornhaut, Sehfehler, Pupille und Tränenfilm
  2. Gemeinsame Auswahl des geeigneten Verfahrens und Besprechung von Chancen, Risiken und Alternativen
  3. Vorbereitung am Behandlungstag, Desinfektion und lokale Betäubung der Augen mit Tropfen
  4. Durchführung der Laserbehandlung, meist nur wenige Minuten pro Auge
  5. Kurzzeitige Kontrolle direkt nach dem Eingriff und Ausgabe von Tropfen sowie Verhaltenshinweisen
  6. Regelmäßige Nachkontrollen zur Überwachung der Heilung und Anpassung der Nachsorge

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange hält das Ergebnis einer laserbasierten Sehkorrektur?

Das Ergebnis einer laserbasierten Sehkorrektur ist in vielen Fällen langfristig stabil. Altersbedingte Veränderungen des Auges, etwa die Altersweitsichtigkeit, können jedoch später unabhängig von der Laserbehandlung auftreten und eine zusätzliche Korrektur erforderlich machen.

Ab welchem Alter ist eine Laserbehandlung sinnvoll?

Eine Laserbehandlung ist in der Regel sinnvoll, wenn die Sehstärke über einen längeren Zeitraum stabil geblieben ist. Häufig wird ein Mindestalter empfohlen, bei dem das Auge ausgereift ist und keine starken Schwankungen der Dioptrienwerte mehr auftreten.

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Während des Eingriffs selbst spüren die meisten Menschen dank betäubender Augentropfen nur Druck oder Berührung, aber keine starken Schmerzen. In den Stunden und Tagen danach können je nach Verfahren Fremdkörpergefühl, Brennen oder Lichtempfindlichkeit auftreten, die sich mit geeigneter Nachsorge meist gut lindern lassen.

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