Im Alter zu Hause bleiben: Wie Familien passende Unterstützung organisieren

Für viele Menschen ist das eigene Zuhause weit mehr als nur ein Wohnort. Es steht für Vertrautheit, Selbstständigkeit und einen Alltag, der über Jahre oder Jahrzehnte gewachsen ist. Wenn im Alter Unterstützung notwendig wird, möchten deshalb viele Betroffene möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.

Für Angehörige beginnt damit häufig eine neue organisatorische Aufgabe. Denn zwischen gelegentlicher Hilfe im Haushalt und einer umfangreichen Betreuung liegen viele unterschiedliche Möglichkeiten. Entscheidend ist, rechtzeitig zu erkennen, welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird und welche Lösung dauerhaft zur Familie passt.

Wenn alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen

Unterstützungsbedarf entsteht häufig schrittweise. Vielleicht werden zunächst Einkäufe übernommen oder Mahlzeiten vorbereitet. Später kommen Begleitung bei Terminen, Hilfe im Haushalt oder Unterstützung bei der Tagesstruktur hinzu.

Gerade weil diese Veränderungen langsam eintreten können, fällt es Familien manchmal schwer einzuschätzen, wann zusätzliche Hilfe sinnvoll ist.

Hilfreich ist eine möglichst konkrete Bestandsaufnahme. Welche Tätigkeiten funktionieren noch selbstständig? Wo wird regelmäßig Unterstützung benötigt? Wie häufig müssen Angehörige einspringen? Und lassen sich diese Aufgaben auf Dauer mit Beruf, eigener Familie und räumlicher Entfernung vereinbaren?

Es geht dabei nicht darum, älteren Menschen möglichst viele Aufgaben abzunehmen. Vielmehr sollte Unterstützung dort ansetzen, wo sie den Alltag erleichtert und vorhandene Selbstständigkeit möglichst lange erhalten hilft.

Verschiedene Unterstützungsformen miteinander verbinden

Die Versorgung zu Hause muss nicht aus einer einzigen Leistung bestehen. Häufig funktioniert eine Kombination verschiedener Angebote besonders gut.

Angehörige können beispielsweise organisatorische Aufgaben übernehmen, während ein ambulanter Pflegedienst bestimmte pflegerische oder medizinisch verordnete Leistungen abdeckt. Haushaltshilfen können bei praktischen Tätigkeiten unterstützen.

Wird darüber hinaus eine regelmäßigere Begleitung im Alltag benötigt, kommt auch eine Betreuungskraft im Haushalt infrage. Abhängig von der individuellen Vereinbarung kann sie beispielsweise beim Kochen und Einkaufen helfen, Spaziergänge begleiten, Gesellschaft leisten oder den Tagesablauf strukturieren.

Welche Kombination sinnvoll ist, hängt immer vom tatsächlichen Bedarf ab.

Betreuung im eigenen Zuhause genau planen

Eine im Haushalt lebende Betreuungskraft kann für Familien eine Möglichkeit sein, wenn ältere Menschen umfangreicher unterstützt werden sollen und dennoch in ihrer gewohnten Umgebung bleiben möchten.

Der häufig verwendete Begriff „24-Stunden-Pflege“ darf dabei nicht so verstanden werden, dass eine einzelne Person rund um die Uhr arbeitet. Auch Betreuungskräfte benötigen geregelte Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Freizeit.

Deshalb sollte vor Beginn möglichst genau geklärt werden, welche Aufgaben anfallen. Ebenso wichtig sind persönliche Anforderungen: Welche Sprachkenntnisse werden benötigt? Wie mobil ist die betreute Person? Welche Gewohnheiten prägen ihren Alltag? Gibt es Besonderheiten, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten?

Je genauer die Situation beschrieben wird, desto größer ist die Chance, eine Betreuungslösung zu finden, die nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag funktioniert.

Familien, die bei Auswahl und Organisation Unterstützung wünschen, finden bei Pflege-Schätzle zur Vermittlung einer Betreuungskraft weitere Informationen.

Persönliche Bedürfnisse sollten im Mittelpunkt stehen

Bei der Organisation von Betreuung geht es nicht ausschließlich um praktische Aufgaben. Eine Betreuungskraft verbringt viel Zeit im persönlichen Lebensumfeld eines anderen Menschen.

Sympathie, Kommunikation und gegenseitiger Respekt spielen deshalb eine wichtige Rolle. Was für eine Familie gut funktioniert, muss nicht automatisch für eine andere passen.

Auch die betreute Person sollte deshalb möglichst früh in die Entscheidung einbezogen werden. Ihre Wünsche, Gewohnheiten und Vorstellungen gehören ebenso zur Bedarfsermittlung wie der Umfang der notwendigen Unterstützung.

Gerade bei einer Betreuung über einen längeren Zeitraum kann eine sorgfältige Auswahl dazu beitragen, spätere Wechsel und Missverständnisse zu vermeiden.

Angehörige sollten die eigene Belastung realistisch einschätzen

Viele Familien versuchen zunächst, möglichst viel selbst aufzufangen. Das kann lange gut funktionieren. Mit zunehmendem Unterstützungsbedarf steigt jedoch häufig auch die Belastung für Angehörige.

Neben Beruf und eigener Familie kommen Einkäufe, Termine, Telefonate und regelmäßige Besuche hinzu. Wohnen Angehörige weiter entfernt, wird die Organisation zusätzlich schwieriger.

Deshalb sollte nicht nur betrachtet werden, was Angehörige theoretisch übernehmen könnten, sondern was langfristig realistisch ist.

Zusätzliche Unterstützung zu organisieren bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben. Sie kann vielmehr dazu beitragen, familiäre Zeit wieder stärker für gemeinsame Gespräche und persönliche Nähe nutzen zu können, statt sie ausschließlich mit organisatorischen Aufgaben zu füllen.

Auch die Wohnsituation gehört zur Planung

Ob Betreuung zu Hause gut funktioniert, hängt auch von den räumlichen Bedingungen ab.

Stolperstellen, schwer zugängliche Badezimmer oder fehlende Möglichkeiten zum Rückzug können den Alltag erschweren. Bei einer im Haushalt lebenden Betreuungskraft muss außerdem geeigneter persönlicher Wohnraum vorhanden sein.

Je nach Situation können kleinere Veränderungen in der Wohnung bereits viel bewirken. Deshalb lohnt es sich, die Wohnsituation gemeinsam mit dem Unterstützungsbedarf zu betrachten und nicht erst dann über Anpassungen nachzudenken, wenn konkrete Probleme auftreten.

Gute Betreuung sollte sich verändern können

Der Unterstützungsbedarf eines Menschen bleibt nicht zwangsläufig gleich. Manche Situationen verändern sich langsam, andere innerhalb kurzer Zeit.

Eine einmal gefundene Betreuungslösung sollte deshalb regelmäßig überprüft werden. Reicht die vorhandene Unterstützung noch aus? Haben sich Aufgaben verändert? Werden zusätzliche professionelle Leistungen benötigt?

Wer von Anfang an klare Ansprechpartner und transparente Abläufe hat, kann auf solche Veränderungen leichter reagieren.

Das Ziel sollte nicht sein, möglichst schnell irgendeine Betreuung zu organisieren. Entscheidend ist eine Lösung, die zum Menschen, zu seinem Alltag und zur familiären Situation passt und bei Bedarf angepasst werden kann.

Über Pflege-Schätzle

Die Pflege-Schätzle GmbH berät Familien rund um die häusliche Betreuung und unterstützt bei der Vermittlung individuell passender Betreuungslösungen. Persönliche Bedarfsermittlung, feste Ansprechpartner und eine Begleitung auch während der laufenden Betreuung stehen dabei im Mittelpunkt.

www.wissen-gesundheit.de

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